Die bösen Linken und der arme Graf

GrafMartin Graf, Dritter Nationalratspräsident von der FPÖ und stolzes Mitglied der umstrittenen Burschenschaft Olympia sieht sich als Opfer einer Hetzkampagne gegen ihn. Drahtzieher ist nach Grafs Meinung Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde. Er selber ist natürlich ganz, ganz arm.

Mein Herz fließt über vor Mitleid für den armen, missverstandenen und verfolgten Graf. Da hetzt ein Mensch alle fehlgeleiteten Jugendlichen dieser Welt gegen ihn und seine Gesinnungsfreunde auf. Mit dem Ziel, diese aufrechten Freunde von Demokratie, Rechtsstaat und verfolgten Minderheiten wie den Katholiken, von der Bildfläche zu verbannen, uns politisch auszuradieren. (Quelle: Neue Freie Zeitung, S 17 vom 21.5.2009).
Grafs-Kommentar-in-der-Neuen-Freien-Zeitung (pdf, 161 KB)

Auf seiner Homepage schreibt Graf in gewohntem freiheitlichem Mut: Körperliche Angriffe auf HC Strache sowie seine Mitarbeiter und andere FPÖ Funktionäre bis hin zu Morddrohungen sind bereits auf der Tagesordnung.
Was sich in letzter Zeit tatsächlich häuft, sind gewalttätige Ausschreitungen von Linksextremisten, etwa bei Demonstrationen in Wien und Graz, die allesamt zum Ziel haben, Andersdenkenden das demokratische Recht auf Versammlungs- und damit auch auf Meinungsfreiheit zu verwehren. Wer so wie z.B. Muzicant über die FPÖ spricht, bereitet nach meiner Betrachtung den Nährboden für Krawalle auf, die unsere Polizisten unter Einsatz ihrer Gesundheit unter Kontrolle halten müssen, anstatt im Sinne aller Bürger gegen die sonstige Kriminalität zu kämpfen.
(Quelle: http://www.unzensuriert.at)

In gewohnter freiheitlicher Wahrheitsliebe und Intelligenz schließt Graf in seinem Parteizeitungskommentar nahezu skalpellscharf: Mit seinen Beschimpfungen schafft der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde ein Klima der politischen Brutalität, weswegen sich schon viele Bürger fragen, ob er nicht als Ziehvater des antifaschistischen Linksterrorismus bezeichnet werden sollte.
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Martin Graf im Kreise Gleichgesinnter

Die arme FPÖ. Opfer einer Hetzkampagne, zu der sie selbst natürlich unfähig ist, in einen Bürgerkrieg verwickelt, in dem finstere Anarchisten, Grüne und Sozialdemokraten unter Führung des kommunistischen DÖW bald die Macht übernehmen würden. Wären da nicht strahlende Helden wie Martin Graf und Andreas Mölzer, die mit ihren Degen wagemutig den dunklen Horden entgegentreten. Ganz zu schweigen von Bumsti Strache, der sie mit dem Kreuz abwehrt. Die Empörung ist mehr als gerechtfertig, da besteht kein Zweifel. Der unbedarfte Bürger fragt sich, ob die Grafsche Empörung durch die Tatsache vermehrt wird, dass sein finsterer, strippeziehender Gegner Jude ist.

Die verdrängte Wirklichkeit
Vor so viel Logik, Mut und Sachbeweis kapituliert ein schlichtes Gemüt wie meines. Noch dazu, wo sich der so intellektuell gebende EU-Spitzenkandidat der FPÖ, Andreas Mölzer, so ritterlich für seinen Gesinnungsfreund in die Schlacht wirft. Der ist fast genau so wahrheitsliebend wie Bumsti Strache, der sich an alles erinnern kann, was er in jungen Jahren so getrieben hat. Als intellektuelle Steigerung in der Abwehr des feigen Angriffs auf die Patrioten wären vielleicht noch Reinhart Gaugg denkbar. Der kann immerhin buchstabieren. Nur steht er eher den verräterischen Abspaltlern und Sozi-Knechten vom BZÖ nahe. Daher ist eher zu erwarten, dass er mit dem Verschwörer von der Israelitischen Kultusgemeinde gemeinsame Sache macht. Man sieht, die freiheitliche Logik ist derart bestechend, dass ich mich in sie hineinversetzen kann.
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Wie konnte ich mich nur mein ganzes Leben lang so irren? Wie mir so vieles einbilden? Wie komme ich nur auf den Gedanken, Zeuge geworden zu sein, als die Grün-Politikerin Madeleine Petrovic von einem älteren Passanten vor dem Parlament beschimpft wurde, der gar nicht aussah wie ein jugendlicher Anarcho-Gewalttäter? Wieso kann ich mich daran erinnern, er habe vor ihr ausgespuckt? Und vermutlich habe ich geträumt, dass ich von einem Radfahrer geohrfeigt wurde, der mittels FPÖ-Argumenten (und deren Steigerung) gegen Türken hetzte. Ich hatte dem angenehmen, patriotischen Zeitgenossen zu widersprechen gewagt. Es war auch eine Wahnvorstellung, dass sich die Polizei weigerte, meine Anzeige entgegenzunehmen.

Und ich habe mir nur eingebildet, dass Bumsti Strache bei einer Demonstration auch die anwesenden Neonazis als Menschen mit Zivilcourage bezeichnete. Die Hitler-Grüße bei Wahlkampfveranstaltungen der FPÖ sind sicher Wahnvorstellungen aufgrund von Massenhypnose. Genauso der Kühnen-Gruß beim FPÖ-Bundesparteitag. Und wenn das nicht, waren es linke Agenten. Und wenn das nicht, sind sie von linken Agenten provoziert worden. Was können da die armen Lausbuben dafür? Und dass der unter Revisionisten beliebte "Historiker" Walter Marinovic auf Einladung von Martin Graf im Parlament reden durfte, ist sicher eine Propagandalüge der Jagdgesellschaft.
http://www.politwatch.at/stories/meinungsfreiheit-ja-aber-nur-fuer-rechts/
http://kurier.at/nachrichten/322000.php

Und für das alles st Ariel Muzicant verantwortlich, den ich seit den erschütternden Enthüllungen Martin Grafs mit neuen, mit angstgeweiteten Augen sehe. Die Machtfülle dieses Mannes ist beeindruckend. Zum Fürchten, geradezu. Eine lange verdrängte Wirklichkeit.

If you can't stand the heat, get out of the kitchen
Man kann das alles so sehen, sofern man der FPÖ so etwas ähnliches wie Glaubwürdigkeit und die Fähigkeit zuschreibt, in Zusammenhängen zu denken. Tut man das nicht, kann man Martin Graf auch als wehleidigen Menschen sehen, dessen Aussagen sich bei wohlwollender Beurteilung an eine leichte Paranoia annähern.

Nur fest hinhauen und wehleidig "Aua" schreien, wenn jemand Gegenwehr zeigt, zeugt von schwacher Einstellung. Wer der Parteipolitik nicht gewachsen ist, soll sich aus ihr heraus halten! Und den Parlamentsparteien sei empfohlen, die Hysterie einzustellen, wie das auch mein Kollege Harald Vilimsky sehr treffend geschrieben hat.

Wenn jemand immer wehleidig schreit und nach Möglichkeit zum Kadi rennt, ist es die FPÖ. Martin Graf, halten Sie sich an ihren eigenen Rat. Treten Sie zurück, Herr Graf!

(Bildquelle: jeweils www.parlament.gv.at. Tielbild: Martin Graf mit einer blauen Kornblume, die auch das Erkennungssymbol der illegalen Nationalsozialisten war).

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